Circulus

in Taberna

Einst begab es sich,

daß Spielmannen, Marketender, Gaukler und noch

allerlei Gesinde in unsere Landen kamen um ein

großes Fest zu feiern wie es noch nie gesehen ward.

So sollte sein, daß ich zum ersten mal den Klang

der Schalmei vernahm, Getrommel von gegerbten

Leder-Fellen und Lieder in latein und mittelhoch-

deutsch hörte, deren Entstehung schon fast tausend Jahre zurück lag.

Dazu der Geruch von lodernden Lagerfeuern, von Stroh, Sackwaren, Leder

und den angepriesenen Waren aus aller Herrenländer, vollendete diese

phantastische Reise in das weit zurückliegende Mittelalter. Nicht nur ich

habe auf solchen Festen “Feuer gefangen”, auch anderen Mitgliedern unserer

Gruppe ist es so ähnlich ergangen. So erzählte ich von meinen Erlebnissen

und Eindrücken, worauf sich ein kleiner Kreis von Gleichgesinnten bildete.

So kamen der eine oder andere noch dazu, die, wie sich

herausstellte, schon seit längerem solche Zeitreisen

unternahmen.     Nun war der Zeitpunkt gekommen !

Wir gründeten einen “Mittelalter-Stammtisch” in einer

Taverne in Wildthurn, den “Circulus in Taberna”.

Eines Nachts, Anfang 2002, kam der Wirt zu uns an den

Tisch. Er richte im Sommer ein mittelalterliches Fest aus,

ob wir nicht in Gewandung mitmachen wollten ?  So entstand der Gedanke mit

unserer Gruppe Musik zu machen, denn wir konnten uns ja nicht einfach nur

hinstellen und uns von den Leuten begaffen lassen. So fing ich an Material zu

sammeln, anfangs noch einfachere Lieder, bis ich entdeckte, daß die Begeisterung

bei allen, immer stärker wurde. Da wir nur Gitarre und Flöten besaßen, mussten

Instrumente her. So begann ich nach alten Plänen Trommeln zu bauen, da wir zu

diesem Zeitpunkt noch mittellos waren. Hierbei lernte ich den Trommelbauer

von der “Landshuter-Hochzeit” kennen, der mir auch

 gleich noch wertvolle Tips für den Bau von Dreh-

leihern gab. So baute ich noch Bordun-Drehleihern,

Bumbass, Noneke, Klangbaum und der allerlei Gerät-

schaften um der Gruppe zu einem authentischen

Auftreten zu verhelfen. So kam eines zum anderen,

jeder kaufte sich noch historische Instrumente dazu,

von Schalmeien über Sackpfeiffen, Gitarrenlaute, Nyckelharpa, bis zu Streich-

psalter und Drehleiher. So entstand eine Ansammlung an altertümlichen

Instrumenten, die sich wahrlich sehen lassen kann. Mittlerweile hatten wir

auch schon kleinere Auftritte bei Freunden auf privaten und mittelalterlichen

Festen. Wie sich unser weiterer Weg durch vergangene Welten in Zukunft

gestalten wird, steht noch in den Sternen.

 

 

So schrieb ich im Jahr 2003..............

Mittlerweile erstreckt sich unser Wirkungskreis auf ganz Bayern, wo wir auf

namhaften und geschichtsträchtigen Festen unsere Musik darbieten dürfen.

Sogar bis nach Spittal in Kärnten und auf die Burg Rabi in Tschechien führte

uns dieser Weg durch vergangene Welten.

Also, vielleicht sieht man sich ja mal auf einer dieser phantastischen Zeitreisen

auf einen Becher Met, oder man lauscht einfach den alten Liedern und Tänzen.

So gehabt euch wohl,

Fremont von der Landenau                                                                        

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